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17.10.2016
Larissa Gilke

Klasmann-Deilmann China hilft Shakespeare

Schaubühne Berlin bringt Torf auf chinesische Bühne

In ein Substrat wird eigentlich die Pflanzkultur gesetzt. Die „Schaubühne“ aus Berlin steckte eine ganz besondere Kultur in Torf von Klasmann-Deilmann China: Auf ihrer Tour in China inszenierte die Schaubühne Shakespeares ‚Richard III‘ und brachte dafür Torf auf die Bühne.

„Ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd“ sind die letzten Worte, die der tyrannische König Richard III auf der Flucht in der Schlacht bei Bosworth von sich gibt, ehe er niedergemetzelt wird. Der von Natur aus Missgebildete hat in Shakespeares Stück beschlossen, ein Bösewicht zu sein. Mit Morden und Intrigen schafft er es immerhin bis auf den Thron, wenngleich seine auf Bluttaten gegründete Position nur von kurzer Dauer ist.

Unter der Regie von Thomas Ostermeier wird das düstere Historienstück des englischen Dramatikers William Shakespeare zu einer torfigen Angelegenheit: Für die Aufführungen im Harbin Grand Theatre und im Tianjin Grand Theatre in China spielte das Ensemble um Hauptdarsteller Lars Eidinger auf einer mit Torf ausgelegten Bühne. Und zwar von Klasmann-Deilmann China.

Foto: Arno Declair

Bis zum letzten Jahr ließ sich die Schaubühne am Lehniner Platz ebenfalls mit Torf von Klasmann-Deilmann ausstatten. Damals wandelte der grüblerische Prinz Hamlet im Torf über die Bühne und stellte sich die philosophischste Frage aller Fragen: „Sein oder Nichtsein?“ Die Zusammenarbeit begann bereits 2010. Damals nutzte die Schaubühne unseren Potgrond P für die Inszenierung.

Das erste Mal fand eines unserer Substrate den Weg in die Kultur, als das Düsseldorfer Schauspielhaus im Frühjahr 2007 „Bluthochzeit“ von Frederico García Lorca aufführte. Damals wurde die düstere Atmosphäre des Dramas durch ein gruftähnliches Bühnenbild unterstrichen, dessen Boden mit einem unserer Substrate auf Schwarztorfbasis ausgelegt worden war. Nach Beendigung der Spielzeit wurden die weiterverwertbaren Erden zur Bodenverbesserung an öffentlichen Plätzen in Düsseldorf genutzt.

Foto: Duan Chao