Unternehmen

03.06.2024
Dirk Röse

Den Mittelstand nicht überlasten

MdL Fühner und MdL Evers bei Klasmann-Deilmann

Die Landtagsabgeordneten Christian Fühner und Lara Evers (beide CDU) waren zu Gast bei Klasmann-Deilmann. Empfangen wurden sie von Geschäftsführer Bernd Wehming sowie Dirk Röse, Leiter der Unternehmenskommunikation. Anlass des Besuchs war der stockende Dialog mit der Politik über die Zukunft von Torfgewinnung und -nutzung für gartenbauliche Zwecke. Absicht der Bundesregierung ist es, den gartenbaulichen Einsatz von Torf bis 2030 deutlich zurückzufahren. In diesem Zusammenhang verabschiedete die Landesregierung in Hannover zuletzt ein Naturschutzgesetz, das neue Genehmigungen zur Torfgewinnung untersagt.

„Bis zu einem gewissen Grad unterstützen wir die Anliegen der Politik“, erklärt Bernd Wehming. „Aus Klima- und Umweltschutzgründen gewinnen nachwachsende Rohstoffe an Bedeutung. Klasmann-Deilmann investiert daher in großem Umfang in Holz, Kompost, Rinden und Kokos. In Kombination mit Torf ist das die Zukunft.“ Auf internationaler Ebene nutzte Klasmann-Deilmann im vergangenen Jahr 940.000 Kubikmeter nachwachsende Rohstoffe für die Herstellung von Kultursubstraten. „Wir vollziehen eine weitreichende Transformation“, so Bernd Wehming, „und nehmen die Neuausrichtung sehr ernst. Doch diese Entwicklung braucht Zeit. Torf bleibt auch nach 2030 ein wesentlicher Rohstoff für gartenbauliche Anwendungen, Deutschland entwickelt sich zum Importmarkt. Ein zu früh erzwungener Ausstieg aus der Torfnutzung würde die Substratbranche und vor allem unzählige Gartenbaubetriebe gefährden.“

„Für die mittelständisch geprägte Substratbranche ist dieser Wandel mit großem Aufwand und hohen Investitionen verbunden“, bestätigt MdL Christian Fühner. „Wir begrüßen das Engagement von Klasmann-Deilmann, das zu nennenswerten Fortschritten führt. Den Ministerien in Hannover können wir nur immer wieder raten, dass sie den Mittelstand nicht überlasten. Die Forderungen und Zeitvorgaben an die Unternehmen dürfen nicht überzogen werden.“

MdL Lara Evers berichtete, dass das Niedersächsische Naturschutzgesetz im Herbst nachverhandelt wird. „Dann werden wir die Sichtweise der Substratbranche erneut einbringen. Außerdem werden wir auf Rahmenbedingungen drängen, die den Unternehmen den notwendigen Zugriff auf nachwachsende Rohstoffe erleichtert. Es geht nicht, dass man der Industrie lediglich den Hahn zudreht“, so Lara Evers. „Man muss auch an anderer Stelle neue Möglichkeiten schaffen.“

Dirk Röse verwies auf das Vorbild der Niederlande. Dort besteht eine enge und einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen Politik, Substratherstellern und Klimaschutzverbänden. Vereinbart ist, die Nutzung von Torf schrittweise und verantwortungsvoll zu reduzieren, ohne auf einen Ausstieg zu zielen. „Wir brauchen einen Runden Tisch mit allen Beteiligten“, so Dirk Röse, „um auf Augenhöhe zu beraten, was machbar ist, und einen Konsens zu erzielen. Unsere Hoffnung ist, dass sich Rot-Grün dem Dialog stellt.“


Bild von links: Bernd Wehming (Geschäftsführer Klasmann-Deilmann), MdL Lara Evers (CDU), MdL Christian Fühner (CDU), Dirk Röse (Unternehmenskommunikation Klasmann-Deilmann)