Kompetenzen

08.07.2026
Annette Schindler

Growcoon in der Forstpflanzenproduktion

Mehr Automatisierung, stabilere Wurzelballen und ein deutlicher Kulturvorsprung

Die Anforderungen an moderne Forstbaumschulen steigen kontinuierlich. Kürzere Kulturzeiten, eine höhere Automatisierung und gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Pflanzenqualität sind entscheidende Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg. Wie innovative Vermehrungssysteme dabei unterstützen können, zeigt das Beispiel der Baumschule Spitzmann. Florian Zorn, Inhaber der Baumschule Spitzmann, setzt Growcoon inzwischen erfolgreich in der Produktion von Forstpflanzen ein und berichtet von deutlichen Vorteilen entlang der gesamten Produktionskette.

blankDie Baumschule Spitzmann produziert jährlich rund fünf bis sechs Millionen Sämlinge. Neben Jungpflanzen für die Weiterkultur werden auch verkaufsfertige Container-Forstpflanzen für professionelle Kunden produziert. Als reiner Großhandelsbetrieb stehen Effizienz, gleichbleibende Qualität und eine zuverlässige Produktionsplanung im Mittelpunkt. Mit zunehmender Automatisierung entstanden neue Anforderungen an die Qualität der Wurzelballen. Besonders für automatisierte Umpflanzprozesse waren kompakte und stabile Ballen erforderlich.

„Unsere Kunden brauchten kompakte Ballen zum automatischen Umpflanzen – sowohl für die Freilandproduktion als auch für die Containerproduktion“, erläutert Florian Zorn. „Das Problem war, dass die Ballen häufig zu locker und nicht ausreichend durchwurzelt waren.“

Stabilere Wurzelballen für frühere Vermarktung

Auf der Suche nach einer geeigneten Lösung testete die Baumschule verschiedene Systeme und entschied sich schließlich für Growcoon.

Der biologisch abbaubare Growcoon stabilisiert das Anzuchtsubstrat und unterstützt die Bildung eines kompakten Wurzelballens. Für die Baumschule Spitzmann zeigte sich insbesondere ein Vorteil: „Der Growcoon ermöglicht es uns, die Trays sehr schnell auf 100 Prozent zu bringen, die Pflanzen deutlich früher zu verkaufen und sowohl unseren Kunden als auch uns einen klaren Kulturvorsprung zu verschaffen“, berichtet Zorn.

Positive Ergebnisse bei der Wurzelentwicklung

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Vor dem Praxiseinsatz gab es zunächst Bedenken hinsichtlich der Wurzelentwicklung. Gerade in der Forstpflanzenproduktion wäre eine ringförmige Wurzelbildung ein wesentliches Qualitätsrisiko. Die Versuchsergebnisse fielen jedoch eindeutig aus.

„Wir hatten die Sorge, dass sich die Wurzeln durch die Struktur des Growcoons mitdrehen könnten. Das wäre für unser Produkt ein Ausschlusskriterium gewesen“, sagt Florian Zorn. „Bislang konnten wir das jedoch nicht feststellen.“

Stattdessen beobachtete das Unternehmen eine gezielte Wurzelführung entlang der Traystruktur. „Die Wurzeln wachsen zwischen Growcoon und Tray anhand der vorhandenen Rillen gerade nach unten. Im Gegenteil: Der Growcoon führt sogar dazu, dass die Wurzeln noch gerader und stabiler werden.“

Diese Entwicklung kann sich auch langfristig positiv auf die Pflanzenqualität auswirken und potenzielle Reklamationsgründe reduzieren.

Schlüsseltechnologie für die Automatisierung

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Neben der verbesserten Wurzelqualität sieht Florian Zorn vor allem im Bereich der Automatisierung erhebliche Vorteile. Zwar erforderte die Einführung des Systems zunächst zusätzliche Investitionen in entsprechende Stapel- und Handhabungstechnik, doch im täglichen Betrieb zahlt sich die Umstellung aus. Automatische Sortier- und Umpflanzprozesse lassen sich mit stabilen Wurzelballen deutlich zuverlässiger durchführen. Besonders bei Partien mit ungleichmäßiger Keimung ergeben sich neue Möglichkeiten.

„Wenn wir Partien mit schlechteren Keimfähigkeiten haben, können wir diese heute automatisch zusammenstecken. Früher waren wir dafür zehn bis zwölf Wochen gebunden. Mit Growcoon können wir das bereits nach etwa drei Wochen erledigen.“


Qualität sichern und Arbeitsaufwand reduzieren

Für die Baumschule Spitzmann ist Growcoon heute ein wichtiger Baustein der Produktionsstrategie. „Growcoon ist für die Automatisierung sehr wichtig“, fasst Florian Zorn zusammen. „Es geht darum, mit möglichst geringem Einsatz von Arbeitsressourcen ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erzeugen.“

Das Beispiel zeigt, dass moderne Vermehrungssysteme nicht nur die Wurzelqualität verbessern können, sondern auch neue Potenziale für automatisierte Produktionsprozesse erschließen. Gerade in arbeitsintensiven Kulturen wie der Forstpflanzenproduktion kann dies einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftsfähigkeit von Gartenbaubetrieben leisten.

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