Vom Holzrest zum Containermulch
Containermulch von Klasmann-Deilmann feiert sein 15-jähriges Jubiläum
Was als Antwort auf eine konkrete Anfrage aus dem Baumschulbereich begann, hat sich zu einem mittlerweile unverzichtbaren Produkt entwickelt. In diesem Jahr feiert Containermulch von Klasmann-Deilmann sein 15-jähriges Jubiläum. Auf der IPM wurde seinerzeit der Bedarf nach einer wirksamen Lösung gegen Moos und Unkraut in Töpfen erkannt. Bestehende Lösungen lieferten entweder unzureichende Ergebnisse oder hatten unerwünschte Nebenwirkungen. Klasmann-Deilmann machte sich daher auf die Suche nach einer Alternative. Im Jahr 2010 fanden die ersten erfolgreichen Versuche statt, woraufhin „Containermulch” ab 2011 auf den Markt kam.
Die Lösung war bemerkenswert einfach: Holz. Containermulch besteht aus rindenfreiem Holz. Für seine Herstellung wird Restholz aus Sägewerken verwendet und mit natürlichen, mineralischen Pigmenten eingefärbt. Durch eine thermische Behandlung sind mögliche Risiken für die Pflanzengesundheit sehr gering. „Entscheidend ist die Struktur”, erklärt Produktspezialist Joy Godrie. „Die verschiedenen Partikel verhaken sich ineinander. Dadurch entsteht nach der Befeuchtung eine stabile Schicht, die fest an Ort und Stelle bleibt. Dies gilt sogar während des Transports oder wenn ein Topf umfällt.“
Reststrom als Rohstoff
Die Produktion findet am Hauptsitz in Geeste statt. Dort werden die wertvollen Reststoffe aus der Holzverarbeitung für den Gartenbau nutzbar gemacht. Die Zusammenarbeit mit Rohstofflieferanten ist dabei von großer Bedeutung, da Holzart, Struktur und Verfügbarkeit entscheidend für die Qualität des Containermulchs sind. Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Der Produktionsprozess ist zudem nach RHP zertifiziert.
„In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass die kombinierten Eigenschaften genau den Bedürfnissen der Baumschulbetriebe entsprechen”, erklärt Godrie. „Containermulch hemmt das Wachstum von Unkraut, Moos und Algen, ist wasserdurchlässig und trägt dazu bei, die Verdunstung aus dem Substrat zu begrenzen. Versuche von Klasmann-Deilmann zeigen, dass der Feuchtigkeitsverlust in abgedeckten 3-Liter-Töpfen über einen Zeitraum von dreizehn Tagen 1,8-mal geringer war als bei unbedeckten Töpfen.“
Neben der Wirkung gegen Moos und Unkraut trägt die Verwendung von Containermulch dazu bei, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Topf zu erhöhen. „Da der obere Teil des Topfes mit Containermulch gefüllt ist, wird weniger Substrat und insbesondere weniger Torf verarbeitet.“ Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass der Containermulch maschinell ausgebracht werden kann, Arbeitsprozesse verkürzt und sich damit nahtlos in die automatisierten Prozesse der Baumschule einfügt.
Sich an die Nachfrage anpassen
Aufgrund von Anforderungen des Marktes wurden verschiedene Varianten entwickelt. So gibt es nun unterschiedliche Strukturen für spezifische Anwendungen. So kann der Containermulch vielseitig eingesetzt werden, insbesondere natürlich in der Baumschule, aber auch bei anderen Kulturen, die länger im Topf stehen. Oft wird der betriebswirtschaftliche Druck zum entscheidenden Argument, um mit Containermulch den Arbeitsaufwand, Wasserverbrauch und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Gartenbaubetrieb zu reduzieren.
Dabei bildet die Erfahrung mit der Verarbeitung holzartiger Produkte in Substraten eine wichtige Grundlage für Klasmann-Deilmann. Godrie erklärt dazu: „In den vergangenen zwanzig Jahren haben wir umfangreiches Wissen über die Eigenschaften, die Verarbeitung und die Anwendung nachwachsender Rohstoffe aufgebaut. Dieses Wissen hilft den Baumschulbetrieben, die Herausforderungen von heute und morgen zu meistern. Gerade die Kombination aus unserem Produktwissen und unserer praktischen Sichtweise macht Containermulch zu einer Lösung, die nicht nur im Topf, sondern in der gesamten Lieferkette funktioniert und einen Mehrwert schafft.“
Autorin: Anita Bassie
