Karriere

03.12.2018
Kim Karotki
0 Kommentare

Unser inter­na­tio­na­les Trai­nee­pro­gramm

Inter­view mit Sales Trai­nee Micha­el Hwang

Micha­el Hwang hat inzwi­schen unser inter­na­tio­na­les ein­jäh­ri­ges Trai­nee­pro­gramm absol­viert. Seit Okto­ber ist er als Sales Ana­lyst bei unse­rer Toch­ter­ge­sell­schaft Klasmann-Deilmann Asia Paci­fic in Sin­ga­pur tätig. Er stammt aus Tai­wan. Im Inter­view gibt er Ein­blick in das Pro­gramm, erzählt von sei­nen Aus­lands­er­fah­run­gen und sei­nem ers­ten Bier.

Wie ist dein Trai­nee­pro­gramm struk­tu­riert ‑ an wel­chen Stand­or­ten bist du?

Für mich hat mein Trai­nee­pro­gramm in Sin­ga­pur bei Klasmann-Deilmann Asia Paci­fic begon­nen. Hier war ich vier Mona­te, bis ich zur Zen­tra­le nach Deutsch­land in Gees­te kam. Nach etwa drei Mona­ten ging es für mich wei­ter in die Nie­der­lan­de zu Klasmann-Deilmann Bene­lux mit einem Abste­cher nach Frank­reich für eine Woche. Jetzt bin ich wie­der in Sin­ga­pur.

Was sind dei­ne Auf­ga­ben inner­halb des Trai­nee­pro­gramms?

Haupt­ziel mei­nes Trai­nee­pro­gramms ist, Pro­zes­se zu erler­nen, ERP-Pro­gram­me zu nut­zen und mehr über die Märk­te und die Stra­te­gie der Klasmann-Deilmann-Grup­pe zu erfah­ren. Mei­ne Auf­ga­be ist, Vor­schlä­ge zur Opti­mie­rung der Geschäfts­pro­zes­se und des ERP-Sys­tems bei Klasmann-Deilmann Asia Paci­fic zu machen.

Was ist dein Hin­ter­grund?

Auf­ge­wach­sen bin ich in Hsin­chu, einer Indus­trie­stadt in Tai­wan. Mein Bache­lor-Stu­di­um habe ich in Agrar­öko­no­mie an der Uni­ver­si­tät in Tai­peh begon­nen. Aber ich beleg­te auch Kur­se im Gar­ten­bau, als ich fest­stell­te, dass die bio­lo­gi­schen und prak­ti­schen Aspek­te in der Land­wirt­schaft bes­ser zu mir pass­ten. So hat­te ich am Ende einen dop­pel­ten Abschluss. Im Kurs über Zier­pflan­zen­bau erzähl­te der Dozent, dass Däne­mark und die Nie­der­lan­de sehr fort­schritt­lich im Bereich der Gewächs­haus-Tech­no­lo­gi­en sei­en. Ich war neu­gie­rig, mehr über Kli­ma­kon­trol­le in Gewächs­häu­sern zu erfah­ren. Also habe ich mich für den Mas­ter­stu­di­en­gang in Land­wirt­schaft an der Uni­ver­si­tät Kopen­ha­gen bewor­ben.

Wel­che Erfah­rung hast du mit dem Leben im Aus­land?

Als Kind bin ich viel umge­zo­gen. Gebo­ren wur­de ich in Kali­for­ni­en, aber ver­ließ die USA wie­der im Alter von vier Jah­ren. Mei­ne Eltern erzähl­ten mir, dass ich damals bes­ser Eng­lisch spre­chen konn­te als Man­da­rin. Aber das muss ich kom­plett ver­ges­sen haben ‑ ich muss­te mir die Spra­che kom­plett neu aneig­nen. Bevor ich in Tai­wan zur Grund­schu­le kam, leb­te mei­ne Fami­lie für zwei Jah­re in Thai­land. Über ein Schü­ler-Aus­tausch-Pro­gramm an der wei­ter­füh­ren­den Schu­le kam ich zum ers­ten Mal nach Euro­pa. Ich war damals 16 und besuch­te für zwei Wochen ein bri­ti­sches Inter­nat in Kent.

In mei­nem drit­ten Stu­di­en­jahr nahm ich an einem Aus­tausch­pro­gramm teil und kam zur Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät in Mün­chen. Dort beleg­te ich Kur­se in Obst­bau­kun­de und Pflan­zen­phy­sio­lo­gie und ich besuch­te For­schungs­in­sti­tu­te und Obst­plan­ta­gen in Bay­ern und Baden-Würt­tem­berg. In Tai­wan gab es kaum eine „Bier-Kul­tur“ unter jun­gen Leu­ten, sodass ich mein ers­tes Bier in Deutsch­land getrun­ken habe. Jetzt bedau­re ich ein biss­chen, dass ich kei­nen Kurs zur Braue­rei besucht habe, als ich an der TUM war. (lacht)

Wel­che kul­tu­rel­len Unter­schie­de sind dir zwi­schen Deutsch­land und Tai­wan auf­ge­fal­len?

In Deutsch­land fah­ren die Leu­te sehr schnell Auto. Ich brauch­te wirk­lich eine Wei­le, bis ich mich an die Geschwin­dig­keit auf den Stra­ßen gewöhnt habe. Dafür ist die Qua­li­tät der Stra­ßen rich­tig gut. Ein paar Mal bin ich auch mit dem Fahr­rad zur Arbeit gefah­ren. Mit dem Auto ist der Weg von Lin­gen natür­lich ange­neh­mer, erst recht bei reg­ne­ri­schem Wet­ter (lacht). Außer­dem ist das Recy­cling in Deutsch­land sehr fort­schritt­lich. In den Geschäf­ten gibt es kei­ne kos­ten­lo­sen Plas­tik­tü­ten und die Leu­te sind es gewöhnt, ihre eige­nen wie­der­ver­wert­ba­ren Ein­kaufs­ta­schen mit­zu­neh­men. Auch das deut­sche Pfand­sys­tem ist toll. Ich kann mich noch dar­an erin­nern, dass wir ein ähn­li­ches Sys­tem in Tai­wan hat­ten, aber das ist etwa um 2002 aus­ge­lau­fen. Seit­dem ver­schwen­den wir jedes Jahr 200 Fla­schen pro Kopf. Wir soll­ten vom deut­schen Sys­tem ler­nen und die Recy­cling­quo­te erhö­hen.

Gab es ein beson­de­res Ereig­nis wäh­rend dei­nes Trai­nee­pro­gramms?

Für eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung mit Kun­den und Part­nern bin ich mit den Bera­tern nach Süd­west­chi­na gefah­ren und habe vor allem gedol­metscht und über­setzt. Weil die Leu­te die gan­ze Zeit in ihrem Dia­lekt gespro­chen haben, war ich mir über­haupt nicht sicher, ob sie mich ver­stan­den haben. Aber dann haben sie ange­fan­gen Fra­gen zu stel­len und ich war beru­higt: Es waren kei­ne Ver­ständ­nis­fra­gen, son­dern wei­ter­füh­ren­de inhalt­li­che Fra­gen.

Wür­dest du ande­ren jun­gen Men­schen unser inter­na­tio­na­les Trai­nee­pro­gramm emp­feh­len?

Wer Inter­es­se an der Sub­strat­bran­che hat, ist hier defi­ni­tiv rich­tig auf­ge­ho­ben. Als ich bei Klasmann-Deilmann anfing, habe ich an den Augen der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen gese­hen, dass sie von ihren Pro­duk­ten begeis­tert sind. Außer­dem bie­tet so ein inter­na­tio­na­les Unter­neh­men vie­le Mög­lich­kei­ten. Wer sich in Tai­wan für die Gar­ten­bran­che inter­es­siert, wird höchst­wahr­schein­lich irgend­wo in Tai­wan Gemü­se anbau­en. Das war’s. Mit der inter­na­tio­na­len Aus­rich­tung erge­ben sich ganz ande­re Mög­lich­kei­ten.

Hier geht es zum Inter­view mit Trai­nee Shi­yu Gu.