Kompetenzen

11.10.2017
Hermann Limbers

Sub­strat­kon­zept gegen Trau­er­mü­cken­be­fall

Deut­li­che Ver­bes­se­run­gen für Bio-Kräu­ter und in der Gemü­se­an­zucht

Im Rah­men eines EU-For­schungs­pro­jek­tes unter­such­ten Klasmann-Deilmann und die Fach­hoch­schu­le Osna­brück die Ursa­chen für den Trau­er­mü­cken­be­fall vor allem im Bio-Anbau. Ent­wi­ckelt wur­de ein Sub­strat­kon­zept, das die Trau­er­mü­cken­ent­wick­lung um bis zu 80 Pro­zent redu­ziert. Inter­es­sant ist dies beson­ders für Betrie­be, die Bio-Kräu­ter­sub­stra­te mit einer gerin­gen bis mitt­le­ren Grund­dün­gung ein­set­zen und mit betrieb­li­cher flüs­si­ger Nach­dün­gung kom­bi­nie­ren. Über­dies zei­gen sich wei­te­re Ein­satz­mög­lich­kei­ten in Gemü­se­an­zucht­sub­stra­ten für emp­find­li­che Kul­tu­ren wie Gur­ken oder Feld­sa­lat.

Das Team des EU-For­schungs­pro­jek­tes fand her­aus, dass die beson­de­re Zusam­men­set­zung von Bio-Sub­stra­ten das Auf­tre­ten von Trau­er­mü­cken för­dert. Neben Tor­froh­stof­fen wer­den in die­sem Seg­ment hohe Antei­le alter­na­ti­ver Aus­gangs­stof­fe wie Kom­post, Kokos oder Holz­fa­sern sowie orga­ni­sche Dün­ger ein­ge­setzt. Die­se Zusam­men­set­zung bie­tet den Trau­er­mü­cken­lar­ven eine gute Lebens­grund­la­ge, ins­be­son­de­re orga­ni­sche Dün­ger wer­den als Fut­ter­quel­len genutzt.

Im Zuge des For­schungs­pro­jek­tes wur­de die Aus­wahl der Sub­strat­aus­gangs­stof­fe dahin­ge­hend ver­än­dert, dass den Lar­ven ihre natür­li­che Nah­rungs­grund­la­ge ent­zo­gen wird. Von zen­tra­ler Bedeu­tung ist in die­sem Zusam­men­hang ein rot­testa­bi­ler Grün­kom­post, den Klasmann-Deilmann nach RHP-Richt­li­ni­en her­stellt. Dar­über hin­aus wur­den eine Appli­ka­ti­ons­me­tho­de sowie eine neu­ar­ti­ge Dün­ger­for­mu­lie­rung ent­wi­ckelt. Die­se bie­ten Trau­er­mü­cken­lar­ven kei­ne idea­le Lebens­grund­la­ge mehr. Auf­grund der spe­zi­ell abge­stimm­ten Zusam­men­set­zung erzielt die­ser Dün­ger außer­ge­wöhn­lich gute Resul­ta­te nicht nur bei der Unter­drü­ckung von Trau­er­mü­cken, son­dern auch hin­sicht­lich des Pflan­zen­wachs­tums. Die Dün­ger sind in ihrer Nähr­stoff­wir­kung hoch effi­zi­ent und zudem reich an Ami­no­säu­ren, die pflan­zen­stär­kend wir­ken.