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27.04.2016
Dirk Röse

Böcking: LROP ist nicht das Ende

Nie­der­säch­si­sches Kabi­nett ver­ab­schie­det Lan­des­raum­ord­nungs­pro­gramm

Im Anfang die­ser Woche vom nie­der­säch­si­schen Kabi­nett ver­ab­schie­de­ten neu­en Ent­wurf des nie­der­säch­si­schen Lan­des­raum­ord­nungs­pro­gramms (LROP) sind rund 3.500 ha an Vor­rang­ge­bie­ten für die Torf­ge­win­nung vor­ge­se­hen. Bereits bestehen­de Geneh­mi­gun­gen blei­ben unan­ge­tas­tet.

Klasmann-Deilmann wer­tet die­se Fest­le­gung als posi­ti­ve Ände­rung gegen­über den ursprüng­li­chen Plä­nen, in denen der Torf­ge­win­nung über­haupt kein Spiel­raum mehr ein­ge­räumt wor­den war. Zu ver­dan­ken ist die­se Ent­wick­lung der ziel­füh­ren­den Koope­ra­ti­on zwi­schen Sub­stra­t­in­dus­trie und NABU, die immer wie­der den direk­ten Dia­log mit der nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung gesucht hat­ten. „Es ist gut, dass sich Sub­stra­t­in­dus­trie und NGOs auf­ein­an­der zube­wegt und einem gemein­sa­men Ziel geöff­net haben“, sagt Moritz Böcking, der als Geschäfts­füh­rer der Klasmann-Deilmann GmbH in die­se Gesprä­che ein­ge­bun­den war. „Wir haben den Beweis geführt, dass auch unge­wöhn­li­che Bünd­nis­se in der poli­ti­schen Land­schaft zu uner­war­te­ten Erfol­gen und zu zukunfts­wei­sen­den Win-Win-Situa­tio­nen für die Betei­lig­ten füh­ren kön­nen.“

Gleich­wohl wird mit der Novel­le des LROPs abseh­bar, dass die Torf­ge­win­nung in Deutsch­land ein Aus­lauf­mo­dell ist. Die zusätz­li­chen Vor­rang­ge­bie­te wer­den den Rück­gang der Gewin­nungs­ak­ti­vi­tä­ten nur mini­mal ver­zö­gern kön­nen. „Es gilt, den Blick in die Zukunft zu rich­ten“, so Böcking. Der Pro­duk­ti­ons­gar­ten­bau in Deutsch­land und welt­weit ist bis auf wei­te­res auf Torf­kul­tur­sub­stra­te ange­wie­sen. Das wird inzwi­schen auch sei­tens der Bun­des­re­gie­rung akzep­tiert, die Anfang des Jah­res zu die­sem The­ma Stel­lung genom­men hat.

Das neue LROP ist nicht das Ende der deut­schen Sub­stra­t­in­dus­trie“, sagt Böcking. Wich­tig sind nun Maß­nah­men, die eine ver­stärk­te Nut­zung alter­na­ti­ver Roh­stof­fe in der Sub­strat­pro­duk­ti­on unter­stüt­zen. Aus­gangs­stof­fe wie Holz­fa­sern und Grün­kom­post wer­den bereits seit Jah­ren in immer grö­ße­ren Men­gen genutzt. Bis 2020 soll der Anteil alter­na­ti­ver Aus­gangs­stof­fe in der Sub­strat­pro­duk­ti­on von Klasmann-Deilmann auf 15 % stei­gen. „Wir sind hier auf einem sehr guten Weg“, so Böcking, „gleich­zei­tig wer­den uns aber Gren­zen gesetzt, da genau die Roh­stof­fe, die wir brau­chen, ver­stärkt durch die Ener­gie­wirt­schaft genutzt wer­den und uns nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Hier fehlt ein Kon­zept der Poli­tik, das die Inter­es­sen von Sub­stra­t­in­dus­trie und Gar­ten­bau stärkt.“

Unab­hän­gig davon muss die Ent­wick­lung wei­te­rer Alter­na­ti­ven vor­an­ge­bracht wer­den. „Unse­re mit­tel­stän­disch gepräg­te Bran­che kann das nicht allein bewäl­ti­gen. Es sind För­der­pro­gram­me der Regie­rung not­wen­dig, die maß­geb­lich dazu bei­tra­gen, dass die Sub­stra­t­in­dus­trie auch in Zukunft ein­wand­frei funk­tio­nie­ren­de Sub­stra­te bereit­stel­len kann“, so Böcking. Andern­falls wird in der Kon­se­quenz auch der moder­ne Gar­ten­bau in Deutsch­land dar­un­ter lei­den, der u. a. für die Ernäh­rungs­wirt­schaft von gro­ßer Bedeu­tung ist. Im März hat­te der nie­der­säch­si­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies wäh­rend eines Besu­ches bei Klasmann-Deilmann fest­ge­stellt: „Es ist wich­tig, dass wir einer Bran­che, der wir auf der einen Sei­te Gren­zen in der Roh­stoff­ge­win­nung set­zen, auf der ande­ren Sei­te Optio­nen eröff­nen.“

Wir begrü­ßen die posi­ti­ven Signa­le aus der Poli­tik“, sagt Böcking. Um bei der Zukunfts­si­che­rung von Sub­stra­t­in­dus­trie und Gar­ten­bau vor­an­zu­kom­men, wird Klasmann-Deilmann wei­ter­hin den Dia­log mit Poli­tik und NGOs suchen, um mög­lichst zeit­nah gang­ba­re Wege auf­zu­zei­gen und ver­bind­li­che Lösun­gen zu erzie­len. In die­sem Zusam­men­hang wird dem nie­der­säch­si­schen „Tor­fer­satz­fo­rum“ gro­ße Bedeu­tung bei­gemes­sen, das im Juni zu Gast bei Klasmann-Deilmann ist. Poli­tik, Wis­sen­schaft, NGOs und Ver­tre­ter der Bran­che wer­den dann gemein­sam über die Zukunft der Sub­strat­pro­duk­ti­on und die Ent­wick­lung alter­na­ti­ver Roh­stof­fe bera­ten.