Nachhaltigkeit

01.02.2016
Geerd Smidt

Holz­hack­schnit­zel­hei­zun­gen erzeu­gen kli­ma­freund­lich Wär­me

Nach­hal­tig­keit bei Klasmann-Deilmann

Heiz­wer­ke mit Holz­hack­schnit­zeln erzeu­gen Wär­me auf kli­ma­freund­li­che Wei­se, weil Holz ein nach­wach­sen­der Roh­stoff ist. Beim Ver­bren­nen der Hack­schnit­zel ent­steht zwar auch Koh­len­stoff­di­oxid (CO2) – jedoch nur die Men­ge, die vor­her beim Wachs­tum der Höl­zer gebun­den wur­de. Auch ein­schließ­lich der bei Holz­ern­te und Trans­port zusätz­lich ent­ste­hen­den Emis­sio­nen wird nur ein Bruch­teil der kli­ma­schäd­li­chen Gase ver­ur­sacht, die bei der Ver­bren­nung von Gas und Öl in die Atmo­sphä­re emit­tiert wer­den. Zum Ver­gleich: 35 Gramm CO2 pro Kilo­watt­stun­de wer­den bei der ener­ge­ti­schen Nut­zung von Holz­hack­schnit­zeln aus­ge­sto­ßen, bei der Ver­bren­nung von Heiz­öl sind es 303 Gramm. Holz­hack­schnit­zel­heiz­wer­ke sind ein Teil unse­res Enga­ge­ments, nach­hal­tig und kli­ma­freund­lich zu wirt­schaf­ten.

Wo immer es mög­lich und wirt­schaft­lich ist, erset­zen wir fos­si­le Ener­gie­trä­ger“, sagt Chris­ti­an Nien­hus­mei­er, Pro­jekt­lei­ter Ener­gie­tech­nik bei Klasmann-Deilmann. „Heu­te haben wir bei­spiels­wei­se Heiz­öl bis auf Kleinst­men­gen kom­plett aus unse­ren Stand­or­ten ver­bannt.“ Seit Anfang 2013 ist ein moder­nes Holz­hack­schnit­zel­heiz­werk in Sedelsberg/Landkreis Clop­pen­burg in Betrieb. Die­se Anla­ge auf dem Gelän­de der Klasmann-Deilmann Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft Nord ver­fügt über eine Nenn­wär­me­leis­tung, also die im Dau­er­be­trieb erreich­ba­re maxi­ma­le Wär­me­ab­ga­be, von 440 Kilo­watt. Das ent­spricht in etwa dem Vier­zig­fa­chen einer nor­ma­len Haus­halts­hei­zung. Die Ver­sor­gung von Heiz­kör­pern und die Warm­was­ser­be­rei­tung für alle fünf Gebäu­de des Wer­kes –Fabrik, Labor, Sozi­al­ge­bäu­de, Ver­wal­tung und Werk­statt – lau­fen kom­plett über das Bio­mas­se­heiz­werk. Das Werk Nord ist somit aut­ark.

Mit die­sem Heiz­werk ver­brau­chen wir durch­schnitt­lich 600.000 Kilo­watt­stun­den pro Jahr statt wie zuvor rund 1 Mil­li­on. Die Ener­gie­ein­spa­rung von 40 Pro­zent wird durch intel­li­gen­te Feue­rungs- und Rege­lungs­tech­nik erreicht. Das Sys­tem arbei­tet nach neu­es­ten Stan­dards“, erläu­tert Nien­hus­mei­er. Und die Holz­hack­schnit­zel stam­men aus eige­ner Erzeu­gung. Teil­wei­se han­delt es sich dabei um Holz aus den nur rund 65 Kilo­me­ter ent­fern­ten Test­flä­chen soge­nann­ter Kur­zum­triebs­plan­ta­gen in Gees­te. Fer­ner fal­len Holz­men­gen bei der Pfle­ge von Torf­ge­win­nungs­ge­bie­ten und der Wege­sei­ten­räu­me an, die sich klein­ge­hackt als Brenn­stoff eig­nen.

Neben der Anla­ge in Sedels­berg haben wir zwei wei­te­re Holz­hack­schnit­zel­heiz­wer­ke an eige­nen Stand­or­ten instal­liert: Eines sorgt seit 2014 in Zilaiskalns/Lettland für Wär­me in Werk­statt und Büro. Den Roh­stoff lie­fert vor allem uner­wünsch­ter Bir­ken­be­wuchs auf den dor­ti­gen Gewin­nungs­flä­chen. In Laukesa/Litauen wer­den seit 2015 auf die glei­che Wei­se eben­falls Werk­statt und Büro geheizt. Seit lan­ger Zeit betreibt außer­dem ein exter­nes Unter­neh­men eine gro­ße Anla­ge auf dem Pro­duk­ti­ons­ge­län­de im litaui­schen Silu­te. Dort befin­den sich heu­te unse­re Ver­wal­tung, Werk­statt, zwei Fabri­ken und unser Lager. Der Brenn­stoff für das Heiz­werk kommt zum Groß­teil aus unse­ren Kur­zum­triebs­plan­ta­gen. Über unse­ren Stand­ort hin­aus wird zusätz­lich das benach­bar­te Dorf mit Wär­me ver­sorgt.

Mit dem Anstieg der Prei­se für fos­si­le Brenn­stof­fe und den Bestre­bun­gen nach mehr Kli­ma­schutz seit Anfang der 1990er Jah­re wur­de die im Grun­de schon sehr alte Tech­no­lo­gie immer wei­ter moder­ni­siert und ver­fei­nert. „Für die Sub­strat­bran­che und die Indus­trie im All­ge­mei­nen ist es aber eher noch unge­wöhn­lich, dass Betrie­be eige­ne Holz­hack­schnit­zel­heiz­wer­ke nut­zen“, sagt Nien­hus­mei­er. Inso­fern geht Klasmann-Deilmann auch hier vor­an.