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25.01.2021
Skadi Menne
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Inter­na­tio­na­les Jahr für Obst und Gemü­se 2021

Das Jahr 2021 wur­de von der „Food and Agri­cul­tu­re Orga­niz­a­ti­on of the United Nati­ons (FAO, Ernäh­rungs- und Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen) zum offi­zi­el­len Jahr für Obst und Gemü­se aus­ge­ru­fen. Was sich dahin­ter ver­birgt und wie wir als Sub­stra­ther­stel­ler einen wesent­li­chen Bei­trag leis­ten, konn­ten wir in einem Inter­view mit Ceci­lia Luet­ge­bru­ne, Geschäfts­füh­re­rin unse­res euro­päi­schen Bran­chen­ver­ban­des Gro­wing Media Euro­pe AISBL, klären.

Ska­di Men­ne: Vie­len Dank Ceci­lia, dass Sie sich die Zeit genom­men haben. Das Jahr 2021 wur­de zum offi­zi­el­len Jahr für Obst und Gemü­se erklärt. Was bedeu­tet das genau?

Ceci­lia Luet­ge­bru­ne: Hin­ter­grund ist das Ziel, unser Bewusst­sein für die wich­ti­ge Rol­le von Obst und Gemü­se und die damit ver­bun­de­ne Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu schär­fen. Bei­des ist lei­der noch lan­ge nicht über­all in der Welt so gege­ben, wie es wün­schens­wert wäre. Des­halb soll in die­sem Jahr z. B. auf ver­meid­ba­re Aus­fäl­le in der Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on und auf ver­schwen­de­ri­sche Abfäl­le wäh­rend der Nut­zung auf­merk­sam gemacht wer­den. Ins­ge­samt geht es dar­um, mehr Nach­hal­tig­keit in der Pro­duk­ti­on und beim Ver­zehr von Obst und Gemü­se zu för­dern. Dazu gibt es das Jahr über die ver­schie­dens­ten Ver­an­stal­tun­gen und Akti­vi­tä­ten auf der gan­zen Welt.

Ska­di Men­ne: Was vie­le nicht wis­sen, ist, wel­che Bedeu­tung die Sub­strat­bran­che dabei hat …

Ceci­lia Luet­ge­bru­ne: Sehr rich­tig. Die Sub­stra­t­in­dus­trie trägt bereits heu­te maß­geb­lich zu einer gesün­de­ren und gleich­zei­tig nach­hal­ti­ge­ren Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on bei. Immer mehr Obst und Gemü­se wird in Kul­tur­sub­stra­ten ange­baut, da sie der siche­re Weg zu reich­hal­ti­gen Ern­ten sind. Ange­sichts der welt­weit stei­gen­den Nach­fra­ge nach gesun­den Lebens­mit­teln kommt auch der Sub­strat­bran­che eine zuneh­men­de Bedeu­tung zu.

Ska­di Men­ne: Erklä­ren Sie uns doch bit­te, wel­che Vor­tei­le sich für den Anbau von Gemü­se und Obst bieten.

Ceci­lia Luet­ge­bru­ne: Im Grun­de geht es um die Kom­bi­na­ti­on aus Gewächs­haus und Kul­tur­sub­strat. Das Gewächs­haus bil­det einen geschütz­ten Rah­men für die Kul­tur von Gemü­se und Obst. Ungüns­ti­ge Wit­te­rungs­ver­hält­nis­se wer­den wei­test­ge­hend fern­ge­hal­ten. Auch das Risi­ko boden­bür­ti­ger Pflan­zen­krank­hei­ten, die typi­scher­wei­se bei inten­si­ven Anbau­me­tho­den im Frei­land auf­tre­ten, ist deut­lich nied­ri­ger. Dies trägt dann eben­falls zur Ernäh­rungs­si­cher­heit und zur Ver­mei­dung von Abfäl­len bei.

Ska­di Men­ne: Und wel­che Vor­tei­le hat in die­sem Kon­text das Substrat?

Ceci­lia Luet­ge­bru­ne: Der Anbau von Gemü­se und Obst in Kul­tur­sub­stra­ten lässt kon­trol­lier­ba­re und plan­ba­re Ergeb­nis­se zu. Es kommt ein­fach zu weni­ger Aus­fäl­len – Kul­tur­si­cher­heit ist hier das gro­ße The­ma. Außer­dem kann der Ein­satz von Dün­ge­mit­teln, Pflan­zen­schutz­mit­teln und Was­ser pro geern­te­ter Men­gen­ein­heit deut­lich redu­ziert wer­den. Für den Anbau außer­halb des gewach­se­nen Bodens wird eine deut­lich gerin­ge­re Flä­che benö­tigt als bei der kon­ven­tio­nel­len Land­wirt­schaft. Das spart wert­vol­len Acker­bo­den. Es wer­den auch weni­ger Arbeits­kräf­te benö­tigt und deren Arbeits­be­din­gun­gen sind zugleich freund­li­cher. Nur ein Bei­spiel: Gemü­se und Obst, das bis­her auf Knien gepflückt wer­den muss­te, kann im Gewächs­haus im Ste­hen und geschützt von Wind und Wet­ter geern­tet werden.

Ska­di Men­ne: Gilt dies auch für Län­der mit schwie­ri­gen geo­gra­fi­schen und kli­ma­ti­schen Bedingungen?

Ceci­lia Luet­ge­bru­ne: In den vie­len Fäl­len ist die Nut­zung von Kul­tur­sub­stra­ten auch ein Fort­schritt für Regio­nen, in denen der Frei­land­an­bau an sich ent­we­der kli­ma­tisch unmög­lich und/oder wirt­schaft­lich kaum trag­bar ist. Hier kom­men u. a. Vor­tei­le als Was­ser­spei­cher oder Boden­ver­bes­se­rer zur Gel­tung. Beim Anbau im Gewächs­haus ver­stär­ken sich die­se Vor­tei­le noch einmal.

Ska­di Men­ne: Vie­len Dank, dass Sie sich die Zeit genom­men haben! Wir freu­en uns auf das neue Jahr und sind gespannt, wel­che Ent­wick­lun­gen wir mit­be­kom­men dürfen.