Unternehmen

23.01.2017
Dirk Röse

Inno­va­ti­on und Nach­hal­tig­keit schaf­fen Zukunft

Das Anzucht­sys­tem Grow­coon |  Neue Genera­ti­on Pres­stopf­sub­stra­te  |  Sub­stra­te für Hydro­po­nic-Sys­te­me  |  Sub­strat­kon­zept gegen Trauer­mückenbefall  |  Containermulch für klei­ne Töp­fe  |  TerrAktiv in Con­tai­ner­sub­stra­ten

Der inter­na­tio­na­le Pro­duk­ti­ons­gar­ten­bau voll­zieht der­zeit einen viel­schich­ti­gen Wan­del und stellt sich für die Zukunft neu auf“, sagt Nor­bert Siebels, Geschäfts­füh­rer der Klasmann-Deilmann-Grup­pe. „Unter­neh­men, die die­se Ent­wick­lung ver­ant­wor­tungs­voll vor­an­trei­ben wol­len, müs­sen unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven zusam­men­füh­ren. Wirt­schaft­lich­keit, Res­sour­cen und Nach­hal­tig­keit zäh­len dabei zu den zen­tra­len Kri­te­ri­en. Des­halb ent­wi­ckeln wir unse­re Pro­duk­te kon­ti­nu­ier­lich wei­ter – wir wol­len das Mach­ba­re immer wie­der neu defi­nie­ren und mit dem gar­ten­bau­lich Zweck­mä­ßi­gen abglei­chen. Außer­dem setzt Klasmann-Deilmann auf fri­sche Ide­en – Inno­va­ti­on und Nach­hal­tig­keit schaf­fen Zukunft. Dar­über wol­len wir auf der Inter­na­tio­na­len Pflan­zen­mes­se (IPM) 2017 mit unse­ren Kun­den, Geschäfts­part­nern und Anspruchs­grup­pen ins Gespräch kom­men.“

Klasmann-Deilmann ver­treibt Grow­coon

Klasmann-Deilmann ver­mark­tet ab sofort das inno­va­ti­ve Anzucht­sys­tem „Grow­coon“. Einen ent­spre­chen­den Ver­trag unter­zeich­ne­ten das Unter­neh­men und der nie­der­län­di­sche Her­stel­ler Maan Bio­ba­sed Pro­duc­ts im Novem­ber 2016. Durch Klasmann-Deilmann erhält Maan einen direk­ten Zugang zu den euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len Märk­ten. Mit dem Grow­coon ver­treibt Klasmann-Deilmann ein Anzucht­sys­tem, des­sen Vor­tei­le unmit­tel­bar mit dem Ein­satz von Kul­tur­sub­stra­ten in den Gar­ten­bau­be­trie­ben ver­knüpft sind.

Der Grow­coon ist ein zu 100 % bio­lo­gisch abbau­ba­res Gewe­be mit einer elas­ti­schen und offe­nen Struk­tur. Beim Ein­satz in Ver­meh­rungs­sys­te­men hält das Gewe­be das Anzucht­sub­strat zusam­men und bil­det in die­ser Kom­bi­na­ti­on einen sta­bi­len Wur­zel­bal­len. Auf die­se Wei­se senkt der Grow­coon den Sub­strat­be­darf pro Pflan­ze um bis zu 50 % im Ver­gleich zu ande­ren Sys­te­men, da das Sub­strat nicht gepresst oder ver­dich­tet wird. Damit bleibt die locke­re, luf­ti­ge Sub­strat­struk­tur erhal­ten, die für eine gesun­de Wur­zel­ent­wick­lung wich­tig ist. Das Ergeb­nis sind kür­ze­re Ver­meh­rungs­zei­ten und höhe­re Pflanz­leis­tun­gen der Jung­pflan­zen bei gleich­zei­tig gerin­ge­rem Ener­gie- und Flä­chen­be­darf.

Ein­ge­setzt wer­den kann der Grow­coon in allen gän­gi­gen Ver­meh­rungs­sys­te­men, die Grö­ße der Net­ze wird exakt an unter­schied­li­che Tray­grö­ßen ange­passt. Die Plat­zie­rung der Grow­coons in die Trays erfolgt manu­ell oder auto­ma­tisch mit sog. Dis­pen­sern, die den gän­gi­gen Tray­füll­ma­schi­nen vor­ge­schal­tet wer­den.

Der Grow­coon ist eine inter­es­san­te Inno­va­ti­on in der Jung­pflan­zen­an­zucht “, so Nor­bert Siebels. „Mit Blick auf die Effi­zi­enz der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se in den Gar­ten­bau­be­trie­ben bringt der Grow­coon der Jungpflanzen­produktion und auch der Wei­ter­kul­tur kla­re Vor­tei­le. Zugleich wer­den durch die bio­lo­gi­sche Abbau­bar­keit des Pro­dukts wich­ti­ge Kri­te­ri­en der Nach­hal­tig­keit erfüllt. Wir sind stolz dar­auf, Koope­ra­ti­ons­part­ner von Maan Bio­ba­sed Pro­duc­ts zu sein. Klasmann-Deilmann wird wesent­lich dazu bei­tra­gen, dass Grow­coon den Erfolg hat, den er ver­dient.“

Sub­stra­te für die Ernäh­rungs­wirt­schaft

Die Welt­be­völ­ke­rung wächst, doch die not­wen­di­ge Zunah­me an Nutz­flä­chen für die Ernäh­rungs­wirt­schaft bleibt hin­ter die­ser Ent­wick­lung zurück. Die Sub­stra­t­in­dus­trie steht mit der Land­wirt­schaft und der gan­zen Nah­rungs­mit­tel­bran­che immer wie­der vor der Her­aus­for­de­rung, ver­füg­ba­re Res­sour­cen nach­hal­tig zu nut­zen und einen mög­lichst effek­ti­ven Bei­trag zur Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu leis­ten“, erläu­tert Nor­bert Siebels. 42 % der Gesamt­pro­duk­ti­on lie­fer­te Klasmann-Deilmann im Jahr 2016 an die Ernäh­rungs­wirt­schaft. Ins­be­son­de­re Vermehrungs‑, Anzucht- und Bio­sub­stra­te sind in der Bran­che fest eta­bliert. „Durch unser Enga­ge­ment im inter­na­tio­na­len Obst- und Gemü­se­bau leis­ten wir gemein­sam mit unse­ren Kun­den einen Bei­trag zur siche­ren Ernäh­rung in der Welt“, so Nor­bert Siebels.

Die neue Genera­ti­on Pres­stopf­sub­stra­te

Mit der erfolg­rei­chen Kom­bi­na­ti­on aus durch­fro­re­nem Schwarz­torf und der Holz­fa­ser GreenFibre ist die Grund­la­ge zu einer neu­en Genera­ti­on von Pres­stopf­sub­stra­ten ent­stan­den. Gal­ten bis­lang allein schwarz­torf­ba­sier­te Rezep­tu­ren als siche­re Vor­aus­set­zung für sta­bi­le Pres­stöp­fe, so kön­nen nun sogar zusätz­li­che Vor­tei­le durch die Zumi­schung alter­na­ti­ver Aus­gangs­stof­fe erzielt wer­den. Die Zumi­schung von bis zu zwan­zig Pro­zent GreenFibre führt zu einer noch höhe­ren Sta­bi­li­tät der Pres­stöp­fe und redu­ziert zugleich das Sub­strat­ge­wicht.

Zu den Klas­si­kern im Sor­ti­ment von Klasmann-Deilmann zählt seit den 1970er Jah­ren die Sub­strat­fa­mi­lie „Pot­grond H“. Das neu ent­wi­ckel­te „Pot­grond H 50 mit GreenFibre“ ver­fügt neben einem hohen Anteil an Holz­fa­sern auch über einen spe­zi­ell auf­be­rei­te­ten „Blocking“-Weißtorf, der sich im Pres­stopf mit den Holz­fa­sern ver­netzt und auf die­se Wei­se für eine opti­ma­le Sta­bi­li­tät beim auto­ma­ti­schen Aus­pflan­zen sorgt. Die gleich­zei­tig erhöh­te Luft­ka­pa­zi­tät sorgt für eine ver­bes­ser­te Wur­zel­ent­wick­lung. Neu im Sor­ti­ment ist auch „Pot­grond H 85 mit GreenFibre“, mit dem das Anfor­de­rungs­pro­fil einer Mischung ohne Weiß­torf erfüllt wird.

Bei­de Pres­stopf­sub­stra­te sind in der Pro­dukt­li­nie „Select“ ver­füg­bar. Kun­den von Klasmann-Deilmann steht dar­über hin­aus in der Rei­he „Green­No­tes“ eine Doku­men­ta­ti­on zu den tech­ni­schen Aspek­ten der neu­en Genera­ti­on an Pres­stopf­sub­stra­ten zur Ver­fü­gung.

Sub­stra­te für Hydro­po­nic-Sys­te­me

In der Jung­pflan­zen­an­zucht zur Wei­ter­kul­tur in Hydro­po­nic-Sys­te­men füh­ren torf­ba­sier­te Sub­stra­te nach wie vor zu den bes­ten Ergeb­nis­sen. Die ins­be­son­de­re für die­se Anwen­dun­gen ent­wi­ckel­ten Spe­zi­al­sub­stra­te von Klasmann-Deilmann sind her­vor­ra­gend für alle gän­gi­gen Anzucht­sys­te­me wie Pres­stöp­fe, Traypflan­zen und Git­ter­töp­fe geeig­net. Sub­stra­te, die zusätz­lich den Fixie­rer „Easy Fix“ ent­hal­ten, sind vor allem für die beson­de­ren Anfor­de­run­gen von Plug­pflan­zen gedacht. Der Zusatz des orga­nisch-mine­ra­li­schen Bin­ders z. B. im „Tray­sub­strat Easy Fix“ bewirkt nach dem Befül­len der Trays eine Sta­bi­li­sie­rung des Substrates und damit auch des Wur­zel­bal­lens. Im „Dry-Hydro­po­nic-Sys­tem“ führt das Spe­zi­al­sub­strat „TS Blo­cking“ auf Basis von Schwarz­torf plus Ton zu sehr guten Ergeb­nis­sen.

Kun­den von Klasmann-Deilmann, die sich auf die Anzucht von Jung­pflan­zen für Hydro­po­nic-Sys­te­me spe­zia­li­sie­ren, steht in der Rei­he „Green­No­tes“ eine ent­spre­chen­de tech­ni­sche Infor­ma­ti­on zur Ver­fü­gung.

Sub­strat­kon­zept gegen Trau­er­mü­cken­be­fall

Im Rah­men eines EU-For­schungs­pro­jek­tes unter­such­ten Klasmann-Deilmann und die Uni­ver­si­tät Osna­brück die Ursa­chen für den Trau­er­mü­cken­be­fall vor allem im Bio-Anbau. Ent­wi­ckelt wur­de ein neu­es Substrat­konzept, das die Trau­er­mü­cken­ent­wick­lung um bis zu 80 Pro­zent redu­ziert.

Vor allem bei der Kul­tur von Bio­topf­kräu­tern stel­len Trau­er­mü­cken ein zen­tra­les Pflan­zen­schutz­pro­blem dar. Den Gar­ten­bau­be­trie­ben ent­ste­hen hohe Kos­ten für ihre Bekämp­fung mit bio­lo­gi­schen Maß­nah­men. Das Team des EU-For­schungs­pro­jek­tes fand her­aus, dass dies vor allem an der Zusam­men­set­zung der verwen­deten Sub­stra­te liegt, die neben Tor­froh­stof­fen auch 20 bis 30 Pro­zent alter­na­ti­ve Aus­gangs­stof­fe wie Kom­post, Kokos oder Holz­fa­sern sowie orga­ni­sche Dün­ger ent­hal­ten. Die­se Zusam­men­set­zung bie­tet den Trau­er­mü­cken­lar­ven eine gute Lebens­grund­la­ge. Ins­be­son­de­re orga­ni­sche Dün­ger die­nen je nach Zusammen­setzung als Fut­ter­quel­len für die Trau­er­mü­cken­lar­ven.

Im Zuge des For­schungs­pro­jek­tes wur­de die Aus­wahl der Sub­strat­aus­gangs­stof­fe dahin­ge­hend ver­än­dert, dass den Lar­ven ihre natür­li­che Nah­rungs­grund­la­ge ent­zo­gen wird. Von zen­tra­ler Bedeu­tung ist in die­sem Zusam­menhang ein rot­testa­bi­ler Grün­kom­post, den Klasmann-Deilmann nach RHP-Richt­li­ni­en her­stellt. Dar­über hin­aus wur­den eine Appli­ka­ti­ons­me­tho­de sowie eine neu­ar­ti­ge Dün­ger­for­mu­lie­rung ent­wi­ckelt. Die­se bie­ten Trau­er­mü­cken­lar­ven kei­ne idea­le Lebens­grund­la­ge mehr. Auf­grund der spe­zi­ell abge­stimm­ten Zusammen­setzung erzielt die­ser Dün­ger außer­ge­wöhn­lich gute Resul­ta­te nicht nur bei der Unter­drü­ckung von Trauer­mücken, son­dern auch hin­sicht­lich des Pflan­zen­wachs­tums. Die Dün­ger sind in Ihrer Nähr­stoff­wir­kung hoch effi­zi­ent und zudem reich an Ami­no­säu­ren, die pflan­zen­stär­kend wir­ken. Vor die­sem Hin­ter­grund instal­lier­te Klasmann-Deilmann im ver­gan­ge­nen Jahr spe­zi­el­le Dosier­ein­hei­ten, mit denen die neu­en Dün­ger direkt in die Sub­stra­te inji­ziert wer­den kön­nen.

Inter­es­sant ist das neue Sub­strat­kon­zept vor allem für Betrie­be, die Bio-Kräu­ter­sub­stra­te mit einer gerin­gen bis mitt­le­ren Grund­dün­gung ein­set­zen und mit betrieb­li­cher flüs­si­ger Nach­dün­gung kom­bi­nie­ren. Über­dies zei­gen sich wei­te­re Ein­satz­mög­lich­kei­ten in Gemü­se­an­zucht­sub­stra­ten für emp­find­li­che Kul­tu­ren wie Feld­sa­lat.

Containermulch für Kul­tu­ren in klei­nen Töp­fen

Nur zwei Jah­re nach der Markt­ein­füh­rung ist der „Containermulch“ fest am Markt eta­bliert. Das inno­va­ti­ve Pro­dukt auf Holz­ba­sis dient ins­be­son­de­re der effek­ti­ven Unkraut­un­ter­drü­ckung in Con­tai­ner­kul­tu­ren und Pflanz­bee­ten. Neu ist die Wei­ter­ent­wick­lung zum „Containermulch fein“ spe­zi­ell für den Ein­satz in Kul­tu­ren wie Cal­lu­nen und Stau­den.

Auch hier bestä­ti­gen Ver­suchs­er­geb­nis­se und Pra­xis­er­fah­run­gen die her­vor­ra­gen­den Haft­ei­gen­schaf­ten, die zur sta­bi­len Deckel­bil­dung und Ver­mei­dung von Aus­schwem­mun­gen durch Wind und Regen bei­tra­gen. „Containermulch fein“ lässt sich mit allen Abs­treu­au­to­ma­ten maschi­nell ver­ar­bei­ten, er ist was­ser­durch­läs­sig und für alle Bereg­nungs­sys­te­me ein­setz­bar, außer­dem bil­det er sta­bi­le Deckel mit einer optisch anspre­chen­den Fär­bung auf der Topf­ober­flä­che. Her­ge­stellt wird „Containermulch fein“ aus nach­hal­tig pro­du­zier­tem Nadel­holz mit PEFC-Zer­ti­fi­kat. Ver­füg­bar ist er in 70L-Säcken sowie als lose Ware.

Posi­ti­ve Ein­flüs­se von TerrAktiv in Con­tai­ner­sub­stra­ten

Die mikro­bi­el­le Bele­bung eines Substrates durch Bei­mi­schung des Grün­kom­posts TerrAktiv hat einen äußerst posi­ti­ven Effekt auf die Qua­li­tät emp­find­li­cher Con­tai­ner­kul­tu­ren. Dies hat die fran­zö­si­sche Ver­suchs­an­stalt ASTREHOR Loire-Bre­ta­gne im Rah­men eines For­schungs­pro­jek­tes bestä­tigt. Die Ver­suchs­er­geb­nis­se aus den Jah­ren 2013 – 2015 doku­men­tie­ren u. a. sehr posi­ti­ve Effek­te bei Zuga­be von 10 Vol.-% TerrAktiv: Neben einem stär­ke­ren Wur­zel­wachs­tum sowie einer bes­se­ren Aus­fär­bung und Robust­heit der Pflan­zen zei­gen die Pflan­zen auch ins­ge­samt ein gesün­de­res Wachs­tum ver­gli­chen zu den mit­ge­tes­te­ten Pflan­zen in Sub­stra­ten mit orga­ni­schen Dün­gern. In der Sum­me erhöh­te sich der Anteil von Pflan­zen in Qua­li­täts­klas­se 1 und 2 deut­lich – und dies vor allem in Jah­ren oder Kul­tur­si­tua­tio­nen mit nicht opti­ma­len Bedin­gun­gen (z. B. Nähr­stoff­man­gel, abio­ti­scher Stress durch Tem­pe­ra­tur- und Feuch­te­schwan­kun­gen). Die Ergeb­nis­se der Stu­die bestä­tig­ten die Resul­ta­te eige­ner Unter­su­chun­gen. Klasmann-Deilmann wird vor die­sem Hin­ter­grund wei­te­re Sub­stratre­zep­tu­ren für Con­tai­ner­kul­tu­ren durch Antei­le des Sub­strat­kom­posts TerrAktiv ergän­zen.