Kompetenzen

20.08.2020
Dirk Röse
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Decker­den für die Champignonproduktion

Klasmann-Deilmann und nie­der­län­di­sche Forst­ver­wal­tung unter­zeich­nen Vertrag

Bol Peat hat sich lang­fris­ti­ge Ver­triebs­rech­te für soge­nann­te Decker­den * gesi­chert, die in der Pro­duk­ti­on von Cham­pi­gnons ein­ge­setzt wer­den. „Damit stär­ken wir unse­re Posi­ti­on in einem wich­ti­gen Seg­ment der Ernäh­rungs­wirt­schaft“, sagt Moritz Böcking, Geschäfts­füh­rer der Klasmann-Deilmann-Grup­pe. Spä­tes­tens zum Jah­res­wech­sel 2020/2021 sol­len nen­nens­wer­te Men­gen die­ser Roh­stof­fe zur Ver­fü­gung ste­hen. Ver­trags­part­ner des über meh­re­re Jah­re lau­fen­den Pro­jekts ist die nie­der­län­di­sche Ener­gie­hout B.V. als Toch­ter­ge­sell­schaft der staat­li­chen Forstverwaltung.

Das nie­der­län­di­sche Forst­wirt­schafts­amt Staats­bos­be­be­er berei­tet seit 2019 ein Natur­ent­wick­lungs­pro­jekt bei Bre­da vor. Um den Flüs­sen an der Gren­ze zu Bel­gi­en zusätz­li­che Über­flu­tungs­flä­chen zu schaf­fen, sol­len die Ufer bei Wei­me­ren abge­senkt und ein tie­fe­res Fluss­bett geschaf­fen wer­den. Aus die­sen Maß­nah­men wer­den posi­ti­ve Effek­te auf die regio­na­le Bio­di­ver­si­tät erwartet.

Blick in die Zukunft des Pro­jekts zur Land­schafts­ent­wick­lung Weimeren.

Im Zuge der Bear­bei­tung der Flä­che mit ins­ge­samt 200 ha wer­den auch Nie­der­moortor­fe frei­ge­legt, die für die Cham­pi­gnon­in­dus­trie inter­es­sant sind. „Wir haben den Roh­stoff auf sei­ne Eig­nung als Decker­de geprüft“, berich­tet Ted Vol­leb­regt, Geschäfts­füh­rer von Bol Peat. „In einer aus­ge­wo­ge­nen Mischung mit deut­schem Schwarz­torf ergibt sich ein her­vor­ra­gen­des Pro­dukt für die Cham­pi­gnon­pro­duk­ti­on.“ Anders als ver­gleich­ba­re Roh­stof­fe benö­tigt der nie­der­län­di­sche Nie­der­moortorf weder Frost noch Trock­nung. Gleich­wohl kommt der Qua­li­täts­si­che­rung hohe Bedeu­tung zu. „Um die Ver­mark­tung und die Zufrie­den­heit unse­rer Kun­den zu gewähr­leis­ten, las­sen wir den Roh­stoff nach RHP-Stan­dards zer­ti­fi­zie­ren, die umfas­sen­de und strik­te Qua­li­täts­kri­te­ri­en beinhal­ten.“ Vor­ga­ben für die Auf­be­rei­tung des Roh­stoffs wer­den dar­über hin­aus eng mit dem beauf­trag­ten Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men Den Bree­jen abgestimmt.

Unse­re Sub­stra­te und Decker­den sind in der inter­na­tio­na­len Ernäh­rungs­wirt­schaft unver­zicht­bar. Knapp die Hälf­te unse­rer Pro­duk­te lie­fern wir an Betrie­be, die Obst, Gemü­se, Kräu­ter und Spei­se­pil­ze kul­ti­vie­ren. Gesun­de Nah­rungs­mit­tel sind für unser Unter­neh­men von zen­tra­ler Bedeu­tung“, erläu­tert Moritz Böcking. „Wir freu­en uns sehr dar­über, loka­le Roh­stof­fe für die Ernäh­rungs­wirt­schaft nut­zen zu kön­nen und zu einem wich­ti­gen Umwelt­schutz­pro­jekt in den Nie­der­lan­den beizutragen.“

Zwier van Olst, Geschäfts­füh­rer Ener­gie­hout B.V. (links), und Ted Vol­leb­regt, Geschäfts­füh­rer Bol Peat B.V. (rechts), unter­zeich­nen den Vertrag.

* Soge­nann­te Decker­den zäh­len zu den wich­ti­gen Betriebs­mit­teln in der Cham­pi­gnon­pro­duk­ti­on. Sie bestehen im Wesent­li­chen aus stark zer­setz­ten Tor­froh­stof­fen. Für die Pilz­pro­duk­ti­on wer­den in den Betrie­ben zunächst groß­flä­chig spe­zi­el­le Kom­pos­te aus­ge­legt, die z. B. aus Stroh und Pfer­de­dung bestehen und mit Cham­pi­gnons geimpft wer­den. Dar­über wird eine etwa sie­ben Zen­ti­me­ter dicke Schicht der Decker­de aus­ge­brei­tet, die der Pilz durch­dringt. An der Ober­flä­che bil­det sich schließ­lich der Frucht­kör­per des Speisepilzes.